Leitfaden digitales Raumbuch


Zusammenfassung

Bauprojekte im Gesundheitswesen sind durch Kostendruck, Fachkräftemangel und wechselnde Anforderungen geprägt. Eine frühzeitige, betriebsorientierte Planung ist daher entscheidend. Die BIM‑Methodik unterstützt diesen Prozess, indem sie eine transparente, strukturierte und interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht. Dafür braucht es eine ausgewogene Kombination aus Standardisierung und Flexibilität.

Das digitale Raumbuch bildet die zentrale Datengrundlage für Planung, Bau und Betrieb. Es enthält alle relevanten Informationen zu Raumfunktionen, Ausstattung sowie baulichen und technischen Anforderungen. Diese strukturierte Informationsbasis verbessert die Entscheidungsqualität in frühen Projektphasen und stellt sicher, dass die Bedürfnisse des medizinisch‑pflegerischen Kerngeschäfts vollständig berücksichtigt werden.

Durch die standardisierte Erfassung der Raumdaten steigt die Effizienz im gesamten Bauprozess: Fehler werden reduziert, die Zusammenarbeit wird klarer und die Bauqualität verbessert sich. Gleichzeitig erhöht die Transparenz der Daten das gemeinsame Verständnis und stärkt die Wirkung früher Entscheidungen.

Langfristig ermöglicht das digitale Raumbuch ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen, da die Informationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg nutzbar bleiben. Klare Kommunikationswege, definierte Schnittstellen sowie standardisierte Raumtypen und Datensätze schaffen eine verlässliche Grundlage. Das Leitmotiv „Structure Follows Function“ stellt sicher, dass funktionale Anforderungen den baulichen Lösungen vorausgehen und präzise Bestellungen sowie verlässliche Kostenschätzungen ermöglichen.



Use Case Beschreibung

Ausgangspunkt der Expert Group Healthcare ist das Bestreben, Bauherren, Planer und Betreiber im Gesundheitssektor durch die Implementierung von BIM und einen abgestimmten Informationsfluss optimal miteinander zu vernetzen.


Lebenszyklusphasen

SIA 112

BIM-Ziele/Nutzen

Das Ziel des Leitfadens ist das digitale Raumbuch als eine unverzichtbare Grundlage zu verankern. Es soll sowohl das medizinisch-pflegerische Kerngeschäft wie auch den Betrieb im Sinne von «BIM-to-FM» und der damit verbundenen notwendigen Informationsweitergabe von Gebäudedaten aus der Planungs- und Bauphase in die Gebäudebewirtschaftungsphase unterstützen. Zudem bildet es die Basis für umfassende Lebenszyklusbetrachtungen.

 

Abgrenzung

Der Use Case konzentriert sich auf die strategische Planungsphase und die Initialisierung eines Spitalprojekts. Er definiert die grundlegenden Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und methodischen Ansätze als Basis für alle nachfolgenden Projektphasen.

Die weiterführenden Phasen werden in einem separaten Use Case beschrieben und sind nicht Bestandteil dieses Use Cases. Durch diese klare Abgrenzung wird sichergestellt, dass die strategische Planung die fundamentale Grundlage bildet, auf der die nachfolgenden Schritte aufbauen können, ohne sie vorwegzunehmen.

Abkürzungen

Akronym

 

BdCH / bSCH

Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland

BIM

Building Information Modelling

DRG

Diagnosis Related Groups

IDS

Information Delivery Specification

GTIN

Global Trade Item Number

SOP

Standard Operating Procedure

 

Projektgruppe

  • Carolin Kählin (Universitätsspital Basel)
  • Christoph Hey (Kaulquappe AG)
  • Cristina Greco (Bjarke Ingels Group)
  • Cyrill Weber (Bauen digital Schweiz / BIM4LifeCycle GmbH)
  • Gabriel Lopez Custode (Universitätsspital Basel)
  • Monika Codourey (Swiss Center for Design and Health AG)
  • Patrick Pick (pom+)
  • Paul Curschellas (Burckhardt Architektur AG)
  • Susanna Caravatti (Felchlin Immobilien GmbH)
  • Thomas Nescher (Inspacion)
  • Uwe Rüdel (GS1 Switzerland)
  • Volker Büche (Inselspital, Universitätsspital Bern)

Urheberrecht

Handhabung

Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.

Logo
  • Document Type : Use Case
  • GUID : BCE5BFE9-91C8-4040-A556-8CEF6520388E
  • Identifier : CHE 5361.01
  • Life Cycle Stage : SIA 112
  • Revision : V1.0.0
  • Project Status : Approved
  • Maturity level : Outlook
  • Published on: Feb 20, 2026
  • Last change: Feb 20, 2026
  • Publisher: buildingSMART Switzerland
  • Author: Nescher, Thomas | Weber, Cyrill | Cristina Greco | Volker Büche

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